Gib mir keine Fische - zeig mir, wie man sie fängt.

Die Situation der Jugendlichen in Nigeria

In Nigeria gibt es zwar genügend Schulen, aber jeder, der eine Schule besuchen will, muss von der Grundschule (Primary School) an Schulgebühren bezahlen. Außerdem muss jeder seine Schulbücher selbst kaufen und zu Beginn des Schuljahres seinen eigenen Stuhl und Tisch mitbringen. Man muss auch für jedes Schuljahr eine neue Schuluniform kaufen. Für viele - meist kinderreiche - Familien sind das enorme Kosten, die sie nur schwer oder je nach Situation gar nicht mehr aufbringen können z.B. durch den Tod eines Elternteils oder die Krankheit eines Familienmitgliedes mit hohen Arzt- bzw. Krankenhauskosten. Es gibt daher viele Jugendliche, die aus finanziellen Gründen z.T. trotz hoher Motivation und guter Noten schon frühzeitig die Schule abbrechen mussten. Häufig werden die Kinder auch “schichtweise" in die Schule geschickt, wenn das Geld nicht für alle gleichzeitig reicht. Das heißt, die einen müssen eine Zeit lang pausieren, damit die anderen Geschwister in dieser Zeit in die Schule gehen können um dann - hoffentlich - Jahre später wieder den Anschluss zu finden.

Genauso ist es auch mit einer Ausbildung. Statt wie in Deutschland eine Ausbildungsvergütung zu bekommen, müssen Jugendliche in Nigeria bzw. deren Eltern für eine Ausbildung Geld bezahlen.

Es gibt also viele Jugendliche in Nigeria, die keine ausreichende Schulbildung und auch keine Ausbildung haben, weil ihre Familie dieses Geld nicht aufbringen kann.

Was wird aus ihnen werden? Was haben sie für Chancen für die Zukunft?

Wenn sie “Glück" haben werden sie für einige Zeit als billige Dienstboten oder Arbeitskräfte (z.B. Straßenverkäufer) angestellt, müssen hart und lange arbeiten und erhalten meistens dafür nur Unterkunft (eine Matratze oder Strohmatte und ein Dach über dem Kopf), Schläge und Verpflegung (was vom Essen übrigbleibt). Viele Jugendliche verkaufen auch Gemüse aus dem Garten oder selbst zubereitete kleine Snacks o.ä. oder transportieren Leute auf dem Mofa, um die Familie finanziell zu unterstützen. Auf jeden Fall haben die meisten von ihnen eine Zukunft in bitterer Armut vor sich oder einige werden auch kriminell um überleben zu können.

Dabei kann ihnen so einfach geholfen werden: Mit einer Ausbildung hätten diese Jugendlichen für ihr Leben ausgesorgt. In Nigeria kann man mit einer Ausbildung (und ein bisschen Werkzeug) sofort ganz unbürokratisch eine eigene Werkstatt/Büro aufmachen oder einfach selbständig seine Dienste anbieten bzw. Anstellung finden und dadurch genug Geld für den Lebensunterhalt verdienen.

Jeder in Nigeria weiß, dass es diese Jugendlichen gibt, aber alle nehmen das als Tatsache hin und keiner unternimmt etwas. So gibt es in Nigeria verschiedene Projekte und Spendenaktionen (z.B. für Behinderte, für Witwen...), aber keine Hilfe und kein Projekt für benachteiligte Jugendliche.

Bild: Okada Jugendliche